von Michelle Sensel | 25 Mai 2017 | Kategorie: Ratgeber

Carport bauen - Kosten, Vorteile und Nachteile

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Für viele Deutsche ist das Auto mehr als ein fahrbarer Untersatz. Als passionierter Autofahrer möchte man sein Fahrzeug nicht im Regen stehen lassen. Ein geschützter Standort ist wichtig, um die Langlebigkeit des Autos zu bewahren. Die große Frage, die sich stellt ist: Reicht ein Carport aus, oder muss es eine Garage sein?

Carport oder Garage

Es ist die Grundsatzfrage schlechthin: Möchte ich einen Carport oder eine Garage bauen? Früher hätte sich diese Frage nicht aufgetan. Ein Carport war fast exotisch. Mittlerweile hat sich der überdachte Stellplatz allerdings bewährt. Zwar entstehen beim Carportbau ebenfalls hohe Kosten, eine Garage kostet jedoch im Normalfall deutlich mehr. Hierbei kommt es auf Materialien, Größe und Schnitt an.

Grundsätzlich sollte man sich darüber bewusst sein, wie viel Schutz man seinem Gefährt gewähren will und wie viel Schutz man benötigt. Lebt man in einer kalten Region mit häufigem Frost, empfiehlt es sich, eine Garage zu bauen. Wohnt man am Waldrand, sollte man sein Auto vor allem vor Blütenstaub schützen, während in der Stadt die Rußbildung hoch ist.

Carport mit Geräteraum

Wer eine Garage besitzt, nutzt sie oftmals gleichzeitig zur Aufbewahrung von Werkzeug oder Gartenutensilien. Bei einem offenen Carport ist das weniger der Fall. Ein Carport mit Geräteraum sorgt für zusätzlichen Stauraum für Geräte oder Autozubehör.

Doppelcarport mit Abstellraum

Entscheidet man sich für den Carport, müssen weitere Faktoren berücksichtigt werden. So zum Beispiel die Größe des Ports. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Einzel- und Doppelcarports. Je nachdem welche Größe man wählt, ändert sich der Preis. Wer zwei Autos hat, sollte sich für einen Doppelcarport entscheiden. Zusätzlich kann man seinen Carport auch mit einem Abstellraum ausstatten. So lassen sich zum Beispiel Gartengeräte oder Fahrräder lagern. Der Abstellraum befindet sich meist hinter einer zusätzlichen Wand am hinteren Abschluss des Carports und kann durch eine Durchgangstür betreten werden.

Carport Kosten

In der Regel sind die Kosten eines Carports von Größe und Baumaterial abhängig. Ein Carport aus Holz kann zwischen 500€ und 7.500€ kosten. Für einen Doppelcarport bezahlt man dann bis zu 9.000€. Aluminium-Carports sind ab etwa 1.200€ zu haben, während die doppelte Variante bis zu 10.000€ kosten kann. Des Weiteren kommen Kosten für Montage und Dach, sowie anfallende Nacharbeiten auf die künftigen Carportbesitzer zu.

Ein erfahrener Handwerker benötigt für die Errichtung des Carpots zwischen einem halben und ganzen Arbeitstag. Beim Dachdecken unterscheiden sich die Kosten maßgeblich zwischen den Dachformen. Für eine außergewöhnliche Dachform benötigt man in der Regel mehr Zeit, als für ein einfaches Flach-, oder Spitzdach. Wasserdichtes Material für das Flachdach und ein Dachstuhl beim Spitzdach, das mit Ziegeln gedeckt wird, kosten ebenfalls Geld. Je nach Größe, Arbeitsaufwand und Eigenleistung liegen die Kosten zwischen 700€ und 900€.

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Carport kaufen

Die oben genannten Kosten beziehen sich auf fertig gekaufte Carports, die vor Ort lediglich zusammengebaut werden müssen. Beim Kauf profitiert man von einem großen Angebot an Formen und Farben. Gleichzeitig gestaltet sich der Aufbau einfach und man spart viel Zeit. Ein fertiger Carport ist für Bauherren mit wenig handwerklichem Geschick die richtige Option.

Carport selber bauen

Handwerklich begabte Bauherren, die Geld sparen möchten, können ihren Carport selbst errichten. Im Gegensatz zu einer Garage, die niemand schnell zusammenmauern kann, ist der Bau eines Carport mit weniger Aufwand verbunden. Weiterhin werden fertige Bausätze angeboten, die selbst zusammengebaut werden können. Qualität und benötigte Zeit sind jedoch stark vom gewählten Modell abhängig. Deshalb sollte man sich beim Kauf beraten lassen. Wichtig ist vor allem, die eigene Fähigkeiten ehrlich einzuschätzen. Fehler beim Bau können Mehrkosten verursachen und wertvolle Zeit beanspruchen.

Carport Baugenehmigung

Nicht für jeden Carportbau ist eine Baugenehmigung notwendig. Entscheidend ist die Bauweise des Stellplatzes und die rechtliche Grundlage, die dort gilt. Es empfiehlt sich ohnehin vor Baubeginn beim zuständigen Bauamt die Richtlinien zu erfragen. Da beim Bauen eines Carports Landesrecht und die Vorschriften der Städte und Kommunen gelten, kann man keine allgemeinen Aussagen treffen. Wichtig zu wissen ist, dass für einen Carport-Anbau am Haus besondere Vorschriften im Hinblick auf den Brandschutz gelten.

Carport - Metall oder Holz?

Carports werden im Normallfall aus Metall oder Holz gefertigt. Neben dem Preis ist natürlich auch die äußere Erscheinung stark vom gewählten Material abhängig.

Carport aus Aluminium

Ein besonders beliebter Baustoff ist Aluminium. Zwar sind die Kosten in der Anschaffung höher, Aluminium muss jedoch nicht nachgestrichen werden. Unterstellplätze aus Aluminium werden in vielen verschiedenen Preisklassen angeboten. Geschwungene und außergewöhnliche Formen machen den Carport zum echten Hingucker. Bei der Frage nach dem Material geht es nicht ausschließlich um Geld, sondern auch um den eigenen Anspruch an Qualität und Design.

Carport aus Holz

Wer eine natürliche Erscheinung bevorzugt, kann für seinen Carport Holz als Baumaterial wählen. Wird das Holz ordnungsgemäß verarbeitet und regelmäßig gepflegt, ist es dauerhaft beständig. Ein Schutzanstrich kann dafür sorgen, dass weder Regen, noch Sonne, noch Holzwürmer Schaden anrichten können. Außerdem ist Holz für Hobbyhandwerker, die einen Carport eigenhändig zusammenbauen möchten, eine gute Wahl. Es wird kein teures Spezialwerkzeug benötigt, Haken und Schrauben lassen sich leicht in den Wänden befestigen. Außerdem kann man den Carport gleichzeitig für das Verstauen von Gartengeräten und Fahrrädern nutzen.

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Carport Dach

Es gibt viele Dacharten, die man seinem Carport aufsetzen kann. Sie alle haben ihre Vor- und Nachteile. Einige Dachtypen sind ideal für Eigenleistungen geeignet, andere sind eher kompliziert im Aufbau. Außerdem kommt es auf den individuellen Geschmack an.

Flachdach

Das klassische Flachdach basiert auf einer einfachen Konstruktion und ist für den eigenen Aufbau geeignet. Standardisierte Maße erleichtern die Arbeit zusätzlich, da das Flachdach in vielen Materialien erhältlich ist. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, das Flachdach mit Accessoires auszurüsten.

Bogendach

Bogendächer sind schwierig selbst zu bauen, verfügen jedoch über eine hohe Stabilität. Die Dachform sorgt außerdem für eine elegante Erscheinung und verhindert die Ansammlung von Regenwasser. Bei einem Bogendach bestehen viele Wahlmöglichkeiten bezüglich der Eindeckung, wodurch sich gestalterischer Freiraum ergibt.

Spitzdach

Das Spitzdach ermöglicht es den Carport optisch auf das Haus abzustimmen. Der Unterbau dieses Dachtyps muss stärker ausgelegt werden, wodurch die eigene Konstruktion anspruchsvoll wird. Carports mit Spitzdächern sind äußerst stabil und schützen das Fahrzeug sehr gut vor der Witterung.

Walmdach

Das Walmdach ist eine besonders hochwertige Dachart, die dementsprechend teuer in der Konstruktion ist. Stabilität und Belastungsgrenze sind jedoch äußerst hoch und die markante Erscheinung ist durchaus attraktiv. Verbindet man diese Dachkonstruktion mit weiteren Details, erzielt man eine edle Wirkung, die dem Carport viel Charme verleiht.

Pultdach

Das Pultdach ist ein Satteldach, dass wie ein Pult ausgerichtet ist. Am besten eignet sich diese Konstruktion als direkter Anbau an eine Hauswand. Die Neigung ist bei einem Pultdach irrelevant. Hier ist die hochwertige Optik ebenfalls ein Pluspunkt, wobei viel Spielraum für die eigene Kreativität besteht.

Satteldach

Das Satteldach fällt ebenfalls durch seine hohe Belastungsgrenze auf. Oftmals wirkt es wie ein vollwertiges Gebäude und lässt das Haus größer wirken. Es ist für Einzel-, Doppel- oder Reihencarports geeignet.

Carport - Vorteile und Nachteile

Fakt ist, dass es zwischen einem Carport und einer Garage große Unterschiede gibt. Ob es am Preis, oder an der Ausstattung liegt: Carports haben Vorteile, aber auch Nachteile gegenüber einer Garage.

Vorteile:

  Günstiger als Garagen in der Anschaffung
  Möglichkeit der Eigenleistung
  Nutzung als Pavillon
  Benötigt weniger Platz als eine Garage

Nachteile:

  Wenig Schutz gegen Einbrecher
  Wenig Schutz gegen Witterung
  Schlechtere Nutzung als Hobbyraum

Fazit

Am Ende ist es die Wahl der Bauherren, ob sie sich für eine Garage oder für ein Carport entscheiden. Es ist eine Frage des Geldes und des Geschmacks.

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